Triebfahrzeugführer bei der Wiener Lokalbahnen Cargo: Herr über 8.700 Pferdestärken

Dominik Votzi hatte schon immer Eisenbahn im Blut. Jetzt ist der 22-jährige Wiener einer der jüngsten Triebfahrzeugführer bei der Wiener Lokalbahnen Cargo.

„Mein Großvater und mein Papa waren auch schon bei der Eisenbahn“, erzählt Dominik Votzi lächelnd, quasi also Laufbahn vorgezeichnet. Nach dem Entschluss, Lokführer zu werden, kam die Bewerbung bei der Wiener Lokalbahnen Cargo (WLC). Nach Erstgespräch, Gesundheitsuntersuchung und psychologischer Untersuchung hatte er es geschafft: Die Ausbildung zum „Triebfahrzeugführer“, wie es richtig heißt, begann.
„Die Ausbildung bei der Firma Logserv in Linz hat neun Monate gedauert“, erzählt Votzi. „Da hat man alle Vorschriften und die betrieblichen Abläufe zu lernen.“ Zwischendurch wird die sogenannte „Beimannzeit“ absolviert, da fährt man mit einem Triebfahrzeugführer auf der Strecke mit. Nach einer abschließenden Prüfung darf man sich Triebfahrzeugführer nennen. Endlich alleine fahren
Dann folgen – ähnlich wie bei Flugzeugpiloten – Typenprüfungen, um die Bedienung der verschiedenen Loks zu lernen. Und wenn das alles geschafft ist, geht es noch um die Streckenkenntnis, dazu gehören auch die Ortskenntnisse in den Bahnhöfen. „Wenn man jede Strecke drei Mal je Richtung gefahren ist, darf man dann endlich allein einen Zug führen“, erzählt Votzi. Wie schaut denn nun der Alltag eines Lokführers aus?

„Mein Tag beginnt mit der Vorbereitung auf der Lok, da schau ich mir an, ob die Technik in Ordnung ist, mache eine Sichtprüfung der Lok außen“, erklärt Votzi. Dann wird „aufgerüstet“, es folgen diverse Sicherheitstests mit der Lok. Je nach Dienstplan fährt man dann von der Abstellung (die WLC-Loks stehen in Erdberg) „meistens mit der Lok alleine auf den Zug drauf“, so heißt das in der Eisenbahnersprache.

Wenn man am Zug hängt, macht man eine Bremsprobe. Dann muss ich noch überprüfen, ob alle Papiere in Ordnung sind. Wenn das alles erledigt ist, meldet man sich abfahrbereit und wenn die Strecke freigegeben ist, fahre ich halt von A nach B. Während der Fahrt beobachte ich sehr genau die Strecke, etwa, ob die Oberleitungen in Ordnung sind.
– Dominik Votzi, Wiener Lokalbahnen Cargo

Das Besondere bei der WLC ist, sagt er, „dass wir sehr weit fahren können. Ich war schon fast in ganz Österreich unterwegs und das taugt mir irrsinnig. Hat er noch Wunschziele? „Nachdem ich Österreich schon erfahren habe, wäre es natürlich toll, auch international zu fahren. Dazu muss man zusätzliche Schulungen machen, etwa für Deutschland, das wäre auch mein nächstes Ziel.“ Votzis Lieblingsstrecke ist allerdings die Richtung Süden, also nach Klagenfurt und Villach.

Richtig reagieren
Das Schwierigste beim Beruf sei, dass immer ungewöhnliche Situationen auftreten könnten. „Da muss man immer bedenken, was der nächste richtige Schritt ist. Wenn ich etwas falsch mache, kann das natürlich auch schlimm ausgehen, mit fast 2.000 Tonnen hinten dran. Also muss man immer konzentriert bleiben und manchmal auch sehr rasch reagieren, genau nach Vorschrift.“

Am Schönsten ist es, wenn die Fahrt geschafft ist, erzählt Dominik Votzi mit leuchtenden Augen: „Am meisten Spaß macht mir am Ende des Tages, wenn ich einen 2.000-Tonnen-Güterzug sicher ans Ziel gebracht habe, wenn ich da absteige von der Lok und sehe, was da für ein Gewicht dran ist, und wie lang der Zug ist, da bin ich einfach nur stolz.“